»Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch, der dir gerade gegenübersteht, immer ist die wichtigste Tat die Liebe.«
«Man muss sich Luft machen. Ohne zu atmen, können wir nicht leben. In einer Zeit, in der Meinungsmasseure nur das darbieten, wovon sie denken, dass die Mehrheit es hören will, während diese wiederum nur das glaubt, wovon man ihr sagt, dass sie es glaubt, in so einer Zeit, hat der aus der Art geschlagene Einzelne die undenkbare Pflicht, gegen den Wind zu reden.»
«Das lächelnde Gesicht von Kasyapa ist die Welt. Es ist Leben und Tod, Kommen und Gehen. Es ist das Gesicht der je weilenden Dinge. Dieses ent-leerte, ent-innnerlichte, selbstlose Blumengesicht, das Berge und Flüsse, Erde, Sonne und Mond, Wind und Regen, Menschen, Tiere, Gräser und Bäume atmet, empfängt oder widerspiegelt, ließe sich als der Ort der archaischen Freundlichkeit beschreiben. Das archaische Lächeln, dieser tiefe Ausdruck von Freundlichkeit erwacht dort, wo das Gesicht seine Starre bricht, grenzen-los wird, wo es sich in ein Niemandsgesicht verwandelt.»
Die Versuchung der Menschen meiner Generation war eine doppelte: entweder nichts für wahr zu halten oder in der Hingabe an eine historische Vorbestimmung die einzige Wahrheit zu sehen. Viele gaben der einen oder der anderen Versuchung nach, was nur besagt, dass die Welt in der Hand der Machthungrigen verbleibt und schließlich vom Terror regiert wird. Wenn nichts wahr ist oder falsch, nichts gut oder böse, wenn Tüchtigkeit der einzige Wert ist, dann kann man sich nur zur Regel machen, der Tüchtigste, das heißt der Stärkste zu werden. Dann ist die Welt nicht in Gerechte und Ungerechte eingeteilt, sondern in Herren und Sklaven. Wer herrscht, ist im Recht. Albert Camus (Die Krise des Menschen)