ARBEITSDROHNE REAKTIVIERT
31.1.16
29.1.16
23.1.16
REIZ
»...Was wissen wir schon über das, was wir in etwas gelegt haben? Die Leute mögen wohl mehr in den Ulysses hineinlesen, als ich je mit ihm beabsichtigte, aber wer könne sagen, daß sie Unrecht haben? Weiß denn einer von uns, was er schafft? Wußte Shakespeare, was er schuf, als er den Hamlet schrieb; oder wußte es Leonardo, als er das <Letzte Abendmahl> malte?
Letztlich liegt das ursprüngliche Genie eines Menschen in seinem Gekritzel beschlossen; in seinen beiläufigen Handlungen liegt seine grundlegende Begabung. Später mag er jene Begabung entwickeln, bis er einen Hamlet oder ein <Letztes Abendmahl> schafft, aber wenn die geringfügigen Kritzeleien, aus denen das große Werk entsteht, nicht bedeutsam sind, taugt das große Werk nichts, wie grandios auch immer es entworfen wurde.
Wer von uns vermag seine Kritzeleien zu kontrollieren? Sie sind die Urschrift unserer Persönlichkeit, wie unsere Stimme oder unser Gang. Und was jene Schönheit betrifft, von der Sie gesprochen haben, eine Vorstellung, daß Sie offenbar verfolgt,
so kann man vom Standpunkt unserer neuen Ästhetik sagen:
"Nur das Häßliche ist schön"«
James Joyce (Arthur Power Gespräche mit James Joyce)
Letztlich liegt das ursprüngliche Genie eines Menschen in seinem Gekritzel beschlossen; in seinen beiläufigen Handlungen liegt seine grundlegende Begabung. Später mag er jene Begabung entwickeln, bis er einen Hamlet oder ein <Letztes Abendmahl> schafft, aber wenn die geringfügigen Kritzeleien, aus denen das große Werk entsteht, nicht bedeutsam sind, taugt das große Werk nichts, wie grandios auch immer es entworfen wurde.
Wer von uns vermag seine Kritzeleien zu kontrollieren? Sie sind die Urschrift unserer Persönlichkeit, wie unsere Stimme oder unser Gang. Und was jene Schönheit betrifft, von der Sie gesprochen haben, eine Vorstellung, daß Sie offenbar verfolgt,
so kann man vom Standpunkt unserer neuen Ästhetik sagen:
"Nur das Häßliche ist schön"«
James Joyce (Arthur Power Gespräche mit James Joyce)
20.1.16
19.1.16
13.1.16
ERFASSEN
»Man verliert sich in seinem Leben... wenn man nach der Identität der Sache fragt. Dann ist die Sache "verpfuscht", weil man sich auf Klassifikation einlässt. Es geht darum, etwas hervorzubringen, das zwischen den Ideen geschieht und das man nicht benennen kann. Man muss vielmehr ständig versuchen, ihm eine Farbe, eine Form, eine Intensität zu geben, die niemals sagt, was sie ist. Das ist Lebenskunst. Lebenskunst heißt, Psychologie zu töten und aus sich heraus wie auch zusammen mit anderen Individuen, Wesen, Beziehungen, Qualitäten hervorzubringen, die keinen Namen haben.«
Foucault (Philosoph)
11.1.16
INTERNET
»Aber freilich [...] diese Zeit, welche das Bild der Sache, die Kopie dem Original, die Vorstellung der Wirklichkeit, den Schein dem Wesen vorzieht [...]; denn heilig ist ihr nur die Illusion, profan aber die Wahrheit. Ja die Heiligkeit steigt in ihren Augen in demselben Maße, als die Wahrheit ab- und die Illusion zunimmt, so daß der höchste Grad der Illusion für sie auch der höchste Grad der Heiligkeit ist.«
Ludwig Feuerbach (Philosoph)
Ludwig Feuerbach (Philosoph)
10.1.16
7.1.16
BLICK
»Wenn für einen Augenblick Gott vergessen würde,
dass ich eine Stoffmarionette bin und er mir noch einen Fetzen Leben schenken würde:
die Zeit würde ich intensiver ausnutzen.
Sehr wahrscheinlich würde ich nicht alles sagen,
was ich denke, aber ich würde überlegen, was ich sage.
Ich würde weniger schlafen, ich würde mehr träumen,
denn für jede Minute, in der wir die Augen schließen, verlieren wir sechzig Sekunden Licht.
Ich würde gehen, wenn andere stehen bleiben,
und aufwachen, wenn andere schlafen.
Den Menschen würde ich beweisen, wie sie sich irren,
wenn sie denken, dass sie sich nicht mehr verlieben könnten, wenn sie alt werden.
Sie wissen nicht, dass sie alt geworden sind,
weil sie sich nicht mehr verliebt haben.
Einem Kind würde ich Flügel schenken,
aber ich würde ihm allein das Fliegenlernen überlassen.
So viele Dinge habe ich von ihnen, den Menschen gelernt.
Ich habe gelernt, dass die ganze Welt auf dem Gipfel des Berges zu leben bestrebt ist, ohne zu wissen, dass das wahre Glück daran liegt, wie man den Berg besteigt.
Ich habe gelernt, dass wenn ein Neugeborenes mit der Faust zum ersten Mal den Daumen des Vaters drückt, ihn für immer gefesselt hat.
Sag immer was Du fühlst und mach was Du denkst.
Wenn ich wüsste, dass dies die letzten Minuten sind, in denen ich Dich sehe, würde ich sagen: »Ich liebe Dich«
und ich würde es nicht für selbstverständlich hinnehmen,
dass Du es schon weißt.
Es gibt immer einen Morgen und das Leben gibt uns immer eine andere Chance, die Dinge gut zu machen. Aber was ist, wenn ich mich irre und das Heute ist alles was uns übrig bleibt?
Der Morgen ist niemandem versichert worden, jung oder alt. Heute kann es das letzte Mal sein, dass Du diejenigen siehst, die Du liebst. Deshalb warte nicht, mach es jetzt, denn wenn der Morgen nie kommt, wirst Du den Tag bereuen, als Du keine Zeit hattest für ein Lächeln, eine Umarmung, einen Kuss, oder einen Wunsch zu erfüllen, weil Du so beschäftigt warst.
Suche die Nähe Deiner geliebten Menschen, flüstere ihnen zu wie sehr Du sie brauchst, liebe sie und behandele sie gut. Nimm Dir Zeit um ihnen zu sagen: »Tut mir Leid«, »Bitte«, »Danke« und alle Liebeswörter, die Du kennst.
Niemand wird sich für Deine geheimen Gedanken an Dich erinnern; bitte Gott, dass er Dir Kraft und Weisheit gibt, sie auszudrücken.
Sage Deinen Freunden und geliebten Menschen,
wie wichtig sie für Dich sind.
Gib diesen Brief weiter, an wen Du willst.
Wenn Du das nicht heute machst –
morgen wird genauso sein wie gestern.
Und wenn Du es niemals machst, es ist auch nicht schlimm. Was zählt, ist jetzt, dieser Augenblick!
Es ist deine Wahl.
Dir, aufrichtig und mit Liebe«
Gabriel García Márquez (Schriftsteller)
dass ich eine Stoffmarionette bin und er mir noch einen Fetzen Leben schenken würde:
die Zeit würde ich intensiver ausnutzen.
Sehr wahrscheinlich würde ich nicht alles sagen,
was ich denke, aber ich würde überlegen, was ich sage.
Ich würde weniger schlafen, ich würde mehr träumen,
denn für jede Minute, in der wir die Augen schließen, verlieren wir sechzig Sekunden Licht.
Ich würde gehen, wenn andere stehen bleiben,
und aufwachen, wenn andere schlafen.
Den Menschen würde ich beweisen, wie sie sich irren,
wenn sie denken, dass sie sich nicht mehr verlieben könnten, wenn sie alt werden.
Sie wissen nicht, dass sie alt geworden sind,
weil sie sich nicht mehr verliebt haben.
Einem Kind würde ich Flügel schenken,
aber ich würde ihm allein das Fliegenlernen überlassen.
So viele Dinge habe ich von ihnen, den Menschen gelernt.
Ich habe gelernt, dass die ganze Welt auf dem Gipfel des Berges zu leben bestrebt ist, ohne zu wissen, dass das wahre Glück daran liegt, wie man den Berg besteigt.
Ich habe gelernt, dass wenn ein Neugeborenes mit der Faust zum ersten Mal den Daumen des Vaters drückt, ihn für immer gefesselt hat.
Sag immer was Du fühlst und mach was Du denkst.
Wenn ich wüsste, dass dies die letzten Minuten sind, in denen ich Dich sehe, würde ich sagen: »Ich liebe Dich«
und ich würde es nicht für selbstverständlich hinnehmen,
dass Du es schon weißt.
Es gibt immer einen Morgen und das Leben gibt uns immer eine andere Chance, die Dinge gut zu machen. Aber was ist, wenn ich mich irre und das Heute ist alles was uns übrig bleibt?
Der Morgen ist niemandem versichert worden, jung oder alt. Heute kann es das letzte Mal sein, dass Du diejenigen siehst, die Du liebst. Deshalb warte nicht, mach es jetzt, denn wenn der Morgen nie kommt, wirst Du den Tag bereuen, als Du keine Zeit hattest für ein Lächeln, eine Umarmung, einen Kuss, oder einen Wunsch zu erfüllen, weil Du so beschäftigt warst.
Suche die Nähe Deiner geliebten Menschen, flüstere ihnen zu wie sehr Du sie brauchst, liebe sie und behandele sie gut. Nimm Dir Zeit um ihnen zu sagen: »Tut mir Leid«, »Bitte«, »Danke« und alle Liebeswörter, die Du kennst.
Niemand wird sich für Deine geheimen Gedanken an Dich erinnern; bitte Gott, dass er Dir Kraft und Weisheit gibt, sie auszudrücken.
Sage Deinen Freunden und geliebten Menschen,
wie wichtig sie für Dich sind.
Gib diesen Brief weiter, an wen Du willst.
Wenn Du das nicht heute machst –
morgen wird genauso sein wie gestern.
Und wenn Du es niemals machst, es ist auch nicht schlimm. Was zählt, ist jetzt, dieser Augenblick!
Es ist deine Wahl.
Dir, aufrichtig und mit Liebe«
Gabriel García Márquez (Schriftsteller)
KINDERSTUBE
»Höflichkeit ist die Blüte der Menschlichkeit. Wer nicht höflich genug ist, ist auch nicht menschlich genug.«
Joseph Joubert (Essayist)
6.1.16
4.1.16
1.1.16
HEIZUNG
»Uns selbst zu unserer gebildeten Aufklärung zu gratulieren, hieße allerdings der eigentlichen Wahrheit auszuweichen. Wir, die "Gebildeten", können die Technik, die wir täglich benutzen, nicht einmal andeutungsweise erklären. Wir reden von Elektronik und Kybernetik - aber das ist leeres Geschwätz. Auch natürliche Prozesse sind uns zu hoch, und obwohl wir von Lipiden oder dem Kohlenhydratstoffwechsel reden, verstehen wir buchstäblich nichts von der Physiologie der Verdauung oder der Übertragung von Nervenimpulsen. Angesichts der technischen Wunder, ohne die wir nicht leben könnten, sind wir so rückständig wie jeder Wilde, wenngleich unsere Bildung uns hilft, das sowohl vor uns selbst als auch vor anderen zu verheimlichen.«
Saul Bellow (Schriftsteller)
ENNUI
»Langeweile ist der Reflex auf das objektive Grau. Langeweile ist objektive Verzweiflung.«
Adorno (Philosoph)
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