29.11.15

DURCHEINANDERWERFER


»So bleibt die grundlegende Frage der politischen Philosophie immer noch jene, die Spinoza zu stellen wußte (und die Reich wiederentdeckt hat): Warum kämpfen die Menschen für ihre Knechtschaft, als ginge es um ihr Heil? [...]. Wie Reich sagt, liegt das Erstaunliche nicht darin, daß Leute stehlen, andere streiken, vielmehr darin, daß die Hungernden nicht immer stehlen und die Ausgebeuteten nicht immer streiken.«


Gilles Deleuze/Felix Guattari (Philosophen)





ERNEUERUNG


»Im Bus wird man nie von der Polizei angehalten. 
Der Bus so gemütlich und groß. Ein lieber Riesenkäfer.
Ich sitze immer ganz vorne.«


Anonymous (Zeitzeuge 2015)



26.11.15

SIGNAL


GLEICHGEWICHT


»Ich fange ein Bild an, und ich bringe es zu Ende. Ich mache mir keine Gedanken über Kunst, wenn ich arbeite, ich versuche, über das Leben nachzudenken.«


Jean-Michel Basquiat (Künstler)




25.11.15

PERZEPTION


»Es wird immer schlimmer. Merkst du das? 
Als würde man plötzlich überall Hakenkreuze sehen«

Anonymous (Zeitzeuge 2015)






24.11.15

VIERTE GEWALT

»Man hielt mich für ein Wunderkind, obwohl ich nur ein Waisenkind war.«


Attila József (Lyriker)


DER MILCHSTRASSE GLEICH

Der Milchstrasse gleich,
die sich weitet so weich
in wandernde Himmel hinüber
wie die Wirklichkeit nach dem Fieber,

so leuchtet und dehnt
sich in meiner Seele, die Welten ersehnt,
der Menschheit Befreiung.

Das All glänzt rein und frisch und satt,
ein Tautropfen auf einem Blatt

18.11.15

WILLE


»Wir müssen an den freien Willen glauben. Wir haben keine Wahl.«

Isaac Bashevis Singer (Schriftsteller)


13.11.15

JAZZ



NICHT-GATTER


»In ganz seltenen Augenblicken öffnet sich dem Menschen eine Wirklichkeit, in der das über ihn und zugleich in ihm waltende Wesen, den Sinn des Lebens mit einer alles durchleuchtenden Plötzlichkeit erblickt und erfaßt. Das ganze frühere Leben versinkt in ein Nichts vor diesem Erleben, alle seine Konflikte und die Leiden und Qualen und Irrungen, die sie verursacht haben, erscheinen kleinlich und wesenlos. Der Sinn ist erschienen und die Wege ins lebendige Leben stehen der Seele offen.«


Georg Lukács (Theorie des Romans)





11.11.15

IMPULS


»Das Glück war bescheiden und brüchig. Aber es gab Glück: 
als Glücksversprechen. Es gab das wenigstens für die, deren Kindheit nicht eine einzige Katastrophe gewesen war. Es gab die Erfahrung, „daß in der Jugend unendlich Vieles als Versprechen des Lebens, als antizipiertes Glück wahrgenommen wird, wovon dann der Alternde, durch die Erinnerung hindurch, erkennt, daß in Wahrheit die Augenblicke solchen Versprechens das Leben selber gewesen sind‟ (Mahler). Nicht richtig gelebt, aber gelebt hat, wem das Glücksversprechen die Kraft im Wiederspruch verliehen hat.«


Adorno (Philosoph)






PERSONAL

»Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.«


Jiddu Krishnamurti (Philosoph)



7.11.15

DOOR BERLIN



Der bröckelige Altbau:
Ein eitler Pfau springt hinein.
Vom Bagger ein Gedröhne.


俳句 (EINSBERG)